Pressestimmen

Nach­folgend sind Buch­be­spre­chungen zu Büchern von Maria Theresia Strommer zu finden.

Kinderbuchreihe "Enfantesar"

2. Band: Leni erzählt

"Realität und Märchenhaftes verschwimmen in diesem Kinderbuch, das schon der 2. Band einer längeren Geschichte ist (siehe Zaunkönig 3/2021). Es werden nun die Vorbedingungen und Vorbereitungen zur Reise nach Enfantesar geschildert. Die eigentliche Reise und das Leben in Enfantesar zu erzählen ist einem weiteren Folgeband vorbehalten. Eschelju ist ein geheimnisvoller Junge, der nicht weiß, wer seine Eltern sind. Er hat den Schmetterling Osiris zum Ziehvater, der ihm nichts anderes über seine Herkunft verrät, als dass er „vom Himmel gefallen“ sei. Leni lebt lange mit ihrer Großmutter zusammen, die sie sehr liebt. Als diese stirbt, schaltet sich das Jugendamt ein, und eine böse Beamtin möchte sie in einem Heim unterbringen. Sie flüchtet und lebt nun mit ihrem Hund Daisy in einer Höhle unter einem Zirbenbaum. Das sind die beiden Hauptfiguren des Buches, um die sich eine bunte Schar sprechender Tiere und skurriler Menschen sammelt. Eschelju besucht Leni zusammen mit einigen Tieren, dem Hasen Erp, den Spatzenschwestern Piep, Matz und Willibalda und dem jungen Fuchs Regin. Bei Leni hört er das erste Mal von Enfantesar. In ihrer Höhle gibt es einen himmelblauen Vorhang, hinter dem sich eine Wand befindet. Durch diese Wand gelangt man nach Enfantesar, wie Leni von ihrer Großmutter erfahren hat. Bevor Leni und Eschelju nach Enfantesar aufbrechen, um Escheljus Eltern zu finden, geraten sie in zahlreiche Abenteuer und begegnen vielen Tieren und Menschen, wobei es hauptsächlich darum geht, dass Eschelju, der eine Art tumber Tor ist, die Welt und das Leben erklärt wird: „Psst!“, machte Leni. Da sah Eschelju in einiger Entfernung einen Menschen vorbeilaufen. „Was ist mit dem los?“, fragte er. „Ist irgendwo ein wildes Tier, vor dem er flüchtet?“ Leni lachte. „Das ist ein Jogger, Eschelju. Manche Menschen laufen, um gesund zu bleiben.“ In solche und ähnliche Situationen gerät Eschelju dauernd, bis es endlich so weit ist und Leni und er in das geheimnisvolle Land Enfantesar aufbrechen. Man darf darauf gespannt sein, was Leni und Eschelju dort widerfahren wird. Die zahlreichen Illustrationen im Buch stammen ebenfalls von der Autorin und verstärken die unwirkliche und humorvolle Stimmung."

Buchbesprechung von Bernhard Heinrich in der Zeitschrift "Der literarische Zaunkönig" der Erika Mitterer Gesellschaft, 1/2023

1. Band: Der kleine Eschelju

"Hinter dem etwas merk­würdigen Titel verbirgt sich ein ent­zückendes Kinder­buch, illustriert mit netten farbigen Zeich­nungen durch die Autorin selbst. Ein rätsel­haftes Geschöpf - ein winziger Mensch mit Schmetter­lings­flügeln - wächst vorerst bei Schmetter­lingen auf. Eines Tages entdeckt er beim Über­fliegen eines Teiches sein Spiegel­bild und erkennt seine Anders­artigkeit. Deshalb will er seine Her­kunft klären. Er macht sich auf den Weg, findet ein Quartier im Wald bei einem Hasen und lernt nun die Bewegung am Boden. Die kleinen Le­serinnen und Leser erfahren nun viel vom Leben der Tiere im Wald. Und Eschelju wächst und bemüht sich immer intensiver, seine Eltern zu finden. Doch dieses Rätsel wird in diesem Band noch nicht gelöst - eine Fort­setzung folgt also sicher!"

 

Buchbesprechung von E.P. in der Zeitschrift "Der literarische Zaunkönig" der Erika Mitterer Gesellschaft, 3/2021

Roman "Stimmen am Hügel der Erinnerungen"

"Der Roman ist wie ein Rondo angelegt. Er endet mit dem weiß gekiesten Weg, mit dem die Geschichte beginnt, und der sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit führt. Der Leser erfährt etwas über eine Familie, deren Familienname nie fällt, er lernt deren Mitglieder nur mit ihren Vornamen kennen. Das verleiht der Erzählung etwas Unbestimmtes und Allgemeines. Dennoch spielen sich die Begebenheiten nicht im imaginären Raum ab, die Zeit ist genau definiert, es ist die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Personen unterliegen den historischen Gegebenheiten, werden von ihnen umhergeworfen und müssen sich ihnen fügen, haben aber hauptsächlich und vor allem ihr eigenes Leben im Blick, für das die Geschichte nur der Hintergrund ist. Das Schicksal würfelt verschiedene Paare zusammen, junge Leute treffen einander beim Tanz oder in der Arbeit, verlieben sich und gehen Verbindungen ein, die zu Ehe und zur Bildung von Familien führen, welche dann eine untrennbare Kette von Vorfahren und Nachkommen ergeben: eine Familienchronik eben, in welcher der eine ohne den anderen undenkbar wird. Bei der beschriebenen Familie handelt es sich um einfache Menschen aus dem niederösterreichischen Raum, aber dieses Geflecht von Vor- und Nachfahren, das anhand dieser bestimmten Familie geschildert wird, trifft auf jede Familie zu. Obwohl genaue Angaben zu den Kriegen durch die „geschichtskundige Person“ gemacht werden, die immer wieder auftritt, um etwas zu den historischen Ereignissen zu sagen, überwiegt der Eindruck, dass es um etwas anderes als um Historie geht: um Liebe, um Tod, um ewige Kreisläufe. Die Erzähler wechseln ständig, ergänzen einander, fallen einander aber auch ins Wort. Es sprechen einmal die Lebenden, einmal die Toten – und alle zusammen erzählen die Geschichte von Ahnen, Nachkommen, familiären Verzweigungen, Glücks- und Unglücksfällen, erfolgreichen und gescheiterten Mitgliedern, Wegen, die hin- und zurückführen und immer weitergehen, solange es die Familie gibt. Diese Aussage scheint der Autorin genau so wichtig zu sein wie die Schilderungen der realen Vorgänge: Dass eine Familie ein unzerreißbares, eigentlich zeitloses Gespinst ist, aus schon Verstorbenen, Lebenden und noch nicht Geborenen."

Buchbesprechung von Bernhard Heinrich in der Zeitschrift "Der literarische Zaunkönig" der Erika Mitterer Gesellschaft, 1/2019

 

 

 

"Weil das Gedächtnis so kurz ist, muss man sich ab und zu auf den Hügel der Erinnerungen setzen. Dort kommen die toten Verwandten zusammen, essen, trinken, erzählen ... Ein Wunschtraum."

 

KURIER

 

Kurier, 22.6.2019